Systemische Weinprobe am 09.11.2023 mit Ruth Slomski

Was hat Wein mit Systemtheorie zu tun? Beides kann ein Genuss sein, aber da gibt es sicher noch mehr. Ruth Slomski führt uns am 9. November 2023 ab 19:00 Uhr in die Feinheiten der Weinverkostung ein. Unsere systemische Weinprobe bietet die Gelegenheit, mit einem Augenzwinkern das „System Wein“ zu analysieren. Codierung und Funktion werden eine Rolle spielen. Mit dem Dreischritt:

Beschreibung – Erklärung – Bewertung

nähern wir uns den Weinen an. Ruth Slomski präsentiert uns Weine und WinzerInnen, die einen Unterschied machen. Freuen Sie sich auf 3 Rote, 3 Weiße und systemtheoretische Häppchen dazwischen.

Ein Glas Wein wird eingeschenkt

Der Wein bei Systemiker*innen und Konstruktivist*innen (aus einem Vortrag von Ernst von Glasersfeld):

„Was ich eben sagte über ‚anpassen‘, und dass das Anpassen nicht angleichen ist, lässt sich direkt auf den Begriff der Kommunikation anwenden. Auf Englisch sagen die Leute oft “to share the meaning of this”; und das Zeitwort “to share” ist ein sehr zweideutiges. Denn man kann es verwenden, wenn ich zum Beispiel ihnen mein Auto borge. Dann kann man sagen, „we share the car“, oder wenn ich ihnen meine Wohnung zur Verfügung stelle, „we share the flat“ oder „living room“. Wenn wir zusammen eine Flasche Wein trinken, kann ich sagen, „we share the bottle of wine“. Das ist aber ganz was anderes als das Auto. Das Auto bleibt das gleiche, ob ich es verwende, oder ob sie es verwenden. Der Wein, den ich trinke, ist bestimmt nicht der, den sie trinken, nicht? Und diese Zweideutigkeit ist sehr wichtig. Denn in der Kommunikation ist man immer im Fall des ‚Weins‘. Denn das, was sie verstehen, ist immer aufgebaut aus ihren Erlebnissen, und nicht aus meinen.“

Einlasss: 18:30 Uhr
Beginn: 19:00 Uhr
Ort: SIFB, Schönhauser Allee 6-7, 10119 Berlin

Was sind Organisationen?

Mit der soziologischen Organisationstheorie von Niklas Luhmann verstehen wir eine Organisation als ein besonderes soziales System, das aus einer Vielzahl von mehr oder weniger strukturierten Kommunikationsprozessen (Besprechungen & Meetings, Brainstorming, Aufträge & Weisungen, Smalltalk, Argumentation & Kritik, Dienstwege und  Zahlungen, Statusgesten etc.) besteht.

Zentral für jede Organisation ist die Entscheidung: Organisationen bestehen weiter, weil Entscheidungen getroffen werden. Mangelnde Entscheidungskompetenz ist daher sowohl ein Thema für Führung als auch für Beratung. Jede Organisation verfolgt auch ein Ziel oder einen Zweck. Führung hat somit auch immer die Frage zu klären, ob und inwieweit Entscheidungen dem Organisationszweck dienen oder nicht.

Jede Organisation ist unterschiedlich, jedoch lassen sich Organisationen in unterschiedliche Typen einteilen, zum Beispiel in primär wirtschaftlich operierende Unternehmen, sozial orientierte NGOs und regel- bzw. normdurchsetzende Behörden und Verwaltungen, aber auch nach Mitgliederanzahl (Kleinunternehmen, Mittelstand, Konzern) oder nach Einfluss (politische Macht, Normsetzungskompetenz, Zuschreibung von Expertenwissen). Die Kenntnis der spezifischen Eigenheiten von Organisationstypen ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Diagnose von organisationalen Problemen und somit Voraussetzung einer erfolgreichen Beratung.